Meditativ Essen

Wer kennt das nicht? All You Can Eat im Hotel oder im Restaurant, Verabredung zu einem Buffet mit Freunden oder Bekannten und man isst bis zum „Umfallen“, weil man dafür einen Grundpreis bezahlt oder bezahlt hat. Im Kopf ist gleich es kostet nichts, alles inclusive.  Also reinstopfen, bis es nicht mehr geht. Du fühlst dich nach dem Essen nicht wirklich gut. Am besten hinlegen und schlafen. Du weißt, dass viel Essen ungesund ist, aber du sagst dir, wieso soll ich wenig essen, wenn ich das schon alles bezahle, oder eingeladen bin.

Oder es wurde zu Hause oder bei Freunden sehr viel gekocht und du willst es ja nicht „umkommen“ lassen und nicht unfreundlich sein, also stopfst du dir soweit es geht, noch einiges rein. Wenn es schon da ist, warum soll es herumliegen.

Zu Hause, als ich noch Kind war, wurde uns immer gesagt: „Iss, damit du groß und stark wirst.“, oder: „Du bist so dünn, iss mal was. Fällst uns noch vom Fleisch.“

Bist du mit einer Gruppe unterwegs, wirst du schief angeschaut, wenn du wenig isst. „Was das war’s schon? War das alles, willst du nicht mehr essen?“ Man muss sich förmlich rechtfertigen, wenn man wenig essen will. Also was machst du, du isst, damit du nicht auffällst. Isst du viel, ist es ok. Isst du wenig, dann ist es nicht ok. Dann hast du irgendwie ein Problem. Aber das Problem habe ich nicht davor, sondern danach, weil mir dann der Bauch weh tut und ich mich kaum noch bewegen kann. Oft bin ich dann müde und könnte mich gleich hinlegen, aber hinlegen geht irgendwie auch nicht, weil ja der Bauch zu voll ist und vielleicht weh tut.

Ist der Magen so voll, dass kaum noch Platz drin ist, dann fällt es dem Magen schwer, die Masse an Essen zu verarbeiten. Ein Großteil bleibt unverdaut und bildet Fäulnis und Schlackenstoffe im Körper. Im Ayurveda spricht man von Ama, welcher zu Krankheit und frühzeitigem Altern führt.

Ein altes arabisches Sprichwort sagt: „Vom Essen werden wir krank und vom Verdauen gesund.“  Laut Ayurveda sollte man den Magen in 3 Teile teilen. 1/3 feste Nahrung, 1/3 für flüssige Nahrung und 1/3 für Luft lassen. Doch wieviel ist 1/3? Man sagt, im leeren Zustand ist der Magen so groß wie die Faust eines Menschen. Das ist nicht viel. Allerdings weitet er sich im Durchschnitt beim Essen um fast 2 Liter noch aus.

Es gilt die Regel im Ayurveda, umso weniger man isst, umso gesünder ist man. Wenn man beide Hände zusammen nimmt, sollte eine Mahlzeit 2/3 beider Hände zusammen die Essensmenge nicht übersteigen.

Allerdings gilt das nur für Personen, die nicht an Essstörungen leiden und in der Psyche vollkommen gesund sind.

Wenn ich gewohnt bin, immer viel zu essen, wie soll ich jetzt wenig essen?
Mein Tipp: Meditativ Essen

Du tust dir die angegebene Menge in eine Schale. Du denkst vielleicht, das ist doch gar nichts. Das habe ich doch schnell aufgegessen. Davon werde ich doch nicht satt. Doch das geht und zwar, in dem du lange kaust.

Atemyoga und Meditation Fürth / NürnbergDu setzt dich entspannt auf deinem Stuhl oder auf ein Sitzkissen. Nehme eine entspannte Haltung ein. Wenn du sehr angespannt bist, dann atme noch mal ein paar Mal ein und aus und nehme dir dabei vor, langsam und bewusst zu essen. Dann nimmst du deinen Löffel oder deine Gabel. Nimmst einen Bissen in den Mund und konzentrierst dich auf das Kauen. Spüre den Bissen zwischen deinen Zähnen und nimm wahr, wie sich die Nahrung allmählich zerkleinert. Du kaust ganz langsam und spürst wie sich das Essen allmählich immer mehr in seiner Konsistenz verändert. Nehme den Geschmack war, die Konsistenz und lasse das Essen vollkommen auf dich wirken. Umso länger du den Bissen im Mund behältst, umso mehr stellt sich auch eine innere Sättigung ein.

Versuche einen Bissen mindestens  5 Minuten zu kauen. Du wirst es merken. Schon während des Essens, spürst du eine angenehme Sättigung und du fühlst dich voll in deiner Kraft. Statt müde und kraftlos bist du voll lebendig und beschwingt.

Meditatives Essen gibt dir Energie und eine andere Art von Sättigung. Du kannst wunderbar nach dem Essen aktiv sein. Fühlst dich vollkommen wach.

Wenn es beim ersten Mal noch nicht so klappt, probiere es wieder. Lasse dich vollkommen drauf ein. Wenn du diese Übung probieren möchtest, dann mache es erst mal für dich allein. Außer du hast Personen um dich, die genauso wie du daran interessiert sind, meditativ zu kauen.

Bei regelmäßiger Anwendung bekommst du mehr Übung und du lernst bewusster zu essen und nimmst dabei auch noch ab. Es gibt keine Vorschriften, was darf ich essen, was darf ich nicht essen, weil du selbst über diese Meditation deine Antworten bekommst. Du erkennst selber, was dir gut tut und was nicht und wirst deine Ernährung zukünftig darauf ausrichten.

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

fünf − zwei =