Wie mache ich mir einen Einlauf?

Da jetzt wieder die Fastenzeit angebrochen ist, möchte ich heute mal etwas über ein Thema schreiben, was für viele Menschen ein heikles Thema ist. Es geht um das Thema „Einlauf“, sprich: Darmreinigung. Für viele ist es ja ein peinliches Thema. Doch es ist ein wichtiger Teil unseres Nahrungsprozesses und wird sehr vernachlässigt. „Oben rein, unten raus.“, war immer mein Spruch in der Krankenpflege. Klingt zwar ein bisschen komisch. Doch gehört es zu den Grundbedürfnissen des Menschen von der Geburt bis zum Tod.
Manch einer hat ein Problem mit dem „unten raus“. Reinstopfen kann man sich ja alles Mögliche. Aber das Problem ist, was macht es mit unserem Körper? Und wie werden wir den Dreck, der nicht verarbeitet wird, wieder los?

Viele haben Hemmungen davor und scheuen sich, sich hin und wieder einen Einlauf zu machen. Ich rede hier nicht von einem fertigen Klistier, was du dir einsetzt, wenn du hin und wieder nicht auf die Toilette gehen kannst. Ich spreche hier von Darmreinigung.

Viele haben Ängste. Sie denken, wenn Sie einen Einlauf machen, dass das Einführen des Darmrohres, sie körperlich verletzen könnten, oder dass die Darmflora durch die Reinigung zerstört wird. Andere stellen sich den Einlauf als eklige oder schwierige Angelegenheit vor. Doch wie vieles andere in unserem Leben ist auch das nur eine Kopfsache.

Der Einlauf ist sehr wichtig. Das ist genauso, wie beim Zähneputzen. Wenn du dir 3 Tage keine Zähne putzt, weißt du genau, in welchem Zustand deine Zähne und deine Mundflora sind.

Im Ayurveda führt man immer wieder Einläufe durch. Du musst nicht jeden Tag einen Einlauf machen, doch eine gewisse Grundreinigung ist schon immer wieder mal nötig.

Wenn du ein Mensch bist, der regelmäßig fastet, dann kennst du dich mit Einläufen vielleicht aus. Denn da gehört es zur Reinigung einfach mit dazu. Wenn du es bisher nicht gemacht hast, wäre es gut, wenn du es zukünftig in deinem Fastenprogramm mit einbaust. Durch das Fasten lösen sich viele Giftstoffe im Körper, die du über die Darmreinigung schneller aus deinem Körper befördern kannst.

Sicherlich hast du eine Vorstellung davon, wie es bei Abwasserrohren aussieht, wenn da regelmäßig der Dreck durchläuft.  Mit der Zeit verkrusten die Rohre immer stärker. Immer mehr Dreck bleibt an den Rohren hängen und die Durchlaufschleuse wird immer kleiner. So ist es auch mit unserem Darm. Hin und wieder muss er einfach gereinigt werden.

Der Darm ist zuständig für unser Immunsystem. Arbeitet er sehr träge und langsam, bist du regelmäßig von Erkältungskrankheiten betroffen. Deshalb ist es gerade in den Monaten, wo die Erkältungskrankheiten auftreten, sehr wichtig, den Darm gut sauber zu halten. Essen wir viele Kohlenhydrate, verklebt uns der Darm.  Auch tierische Eiweiße machen den Darm träge. Wenn du auf solche Lebensmittel nicht verzichten kannst, dann empfehle ich dir, regelmäßig Einläufe zu machen.  Der Darm wird gereinigt. Er kann besser arbeiten und die Entzündungen in deinem Körper lösen sich auf.

Fühlst du dich träge, schlapp, ständig müde, kann ein Einlauf dich wieder in deine Energie bringen.
Auch Emotionen wie Aggressionen, Ängste und innere Anspannungen sind im Darm stark vertreten, wenn der Darm nicht richtig sauber arbeiten kann. Durch Einläufe kommst du wieder in eine gewisse Entspanntheit.

Was brauche ich für einen Einlauf?

  • 1 Irrigatorkanne. Manche sagen auch Einlaufbecher.
  • 1 Darmrohr. Personen, die mehr Erfolg bei der der Reinigung haben möchten, können sich auch ein Verlängerungsrohr dazu bestellen
  • 1 Gleitmittel, wie Aloe Vera, Kokosöl, Mandelöl oder ein anderes natürliches Öl. Ich nehme meistens Aloe Vera.
  • Warmes Wasser

Ich höre zwar immer von anderen Möglichkeiten, wie Kaffee, Zitrone usw. Im Ayurveda nimmt man auch bestimmte Ölmischungen. Ich selber habe mehrere Möglichkeiten getestet und habe für mich festgestellt, warmes Wasser reicht vollkommen aus. Da machst du auf keinen Fall etwas falsch.

Wie macht man einen Einlauf?

Viele wissen nicht, wie sie einen Einlauf machen sollen. Heute werde ich dir, so gut es mir möglich ist, diesen Vorgang erklären:

Wenn du die Irrigatorkanne neu kaufst, dann verbinde diese mit dem dazu gelieferten Schlauch. Der Sperrhahn am Ende des Schlauchs sollte verschlossen sein.  Du schraubst das Endstück an dem Sperrhahn an. Wenn du tiefer in den Darm reinkommen möchtest, dann brauchst du noch ein Darmrohr, das ca. 30 cm lang ist.
Dieses Darmrohr musst du dir in der Apotheke extra besorgen. Das ist im Irrigatorpaket nicht mit enthalten. Du verbindest das Endstück mit dem Darmrohr. Also du nimmst deine Irrigatorkanne und füllst sie mit warmen Wasser. Das Wasser sollte körperwarm sein. Nicht zu heiß und nicht zu kalt.

Bevor du das Darmrohr in dir einfügst, solltest du 2 Dinge beachten:
Die Luft aus dem Darmrohr entfernen. Das machst du, indem du den Sperrhahn kurz öffnest und etwas Wasser durch das Rohr fließen lässt und anschließend gleich wieder schließt.
Als nächstes solltest du das Ende vom Darmrohr und deinen Anus einfetten, oder mit Aloe Vera bekleiden. Nehme keine künstlichen Fette, sondern nur naturreine. Ich selber nehme am liebsten Aloe Vera.

Wenn du dir das alles vorbereitet hast, dann stelle deine Irrigatorkanne irgendwo in der Höhe ab, oder hänge diese über die Duschhalterung an der Wand im Bad, oder suche dir eine andere Stelle, wo die Einlaufkanne hoch genug steht, oder hängt. Also dein Po sollte tiefer als die Irrigatorkanne sein, weil das Wasser von oben nach unten fließt. Damit nicht viel passieren kann, wäre es gut, wenn du bei deinen ersten Versuchen unten herum nackt wärst. Am besten du gehst in die Hocke (entweder kniend oder stehend) und führst dir dann das Rohr in dein Anus ein. Wenn dir das zu anstrengend ist, kannst du dich auch auf den Rücken, oder auf die Seite legen. Probier aus, was für dich besser passt. Der Darm sollte auch hier nach Möglichkeit tiefer liegen als der Anus. So kann das Wasser gut in dein Anus einfließen. Du kannst bis zu einem Liter Wasser in deinen Darm einführen. Am Anfang vielleicht erst mal weniger, um ein gewisses Gefühl für die Sache zu bekommen. Natürlich kann es zu Anfang ein paar Probleme geben, weil du das Ganze erst für dich einüben musst. Mache den Einlauf am besten im Bad – in Reichweite einer Toilette. Weil durch das Einführen des Wassers bekommst du allmählich einen Druck im Bauch und du bekommst das Gefühl, du musst auf die Toilette. Solange es dir angenehm ist, solltest du das Wasser im Bauch lassen, damit die Krusten sich im Darm gut lösen können. Mache mit deinem Bauch ein paar kreisende Bewegungen und gehe anschließend auf die Toilette. Ziehe das Darmrohr, bevor du auf die Toilette gehst, heraus. Wenn du das Darmrohr aus dem Anus herausziehst, verschließe vorher mit dem Sperrhahn den Wasserfluss. Ziehe das Rohr heraus. Richte dich wieder auf. Wenn du das Gefühl hast, du fühlst dich nach dem Toilettengang immer noch nicht ganz frei oder rein, kannst du diese Sache einfach noch mal wiederholen. Du kannst so oft wiederholen, bis du das Gefühl hast, dass alles sauber ist. Du wirst merken, wie frei du dich nach dem Toilettengang fühlst.

Bist du fertig mit dem Einlauf, dann alles wieder mit heißem Wasser sauber machen und gut trocknen lassen. Am besten die Artikel im Bad aufhängen, wo es gut trocknen kann.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

15 − 15 =