Aufmerksamkeitstraining

Kennst du das? Du machst bestimmte Handlungen und hinterher weißt du nicht mehr, was du gerade gemacht hast. Zum Beispiel du verlässt das Haus und fragst dich kurze Zeit später, habe ich jetzt den Herd ausgeschalten oder nicht? Habe ich die Kerzen, bevor ich losgegangen bin, ausgeblasen?

Du bist dir unsicher, weil du während des Tuns nicht wirklich bei der Sache warst. Du machst etwas, ohne wirklich mit dem Geist dabei gewesen zu sein. Deine Handlungen laufen schnell und routiniert ab und oft bist du schon ganz woanders, aber nicht bei dem, was du gerade tust.

Zu viele Gedanken schwirren in deinem Kopf herum. Dein Tag ist voll mit Dingen, wo du glaubst, sie noch erledigen zu müssen, oder du beschäftigst dich mit irgendwelchen Dingen, die jemand mal gesagt oder getan hat, so dass du im Geist überall bist, aber nicht im Hier und Jetzt. Ist das nicht auf Dauer sehr nervig? Ich finde schon. Doch das kannst du ändern und zwar, indem du über Aufmerksamkeitstraining bewusst lernst, wieder achtsamer zu werden. Du brauchst nicht unbedingt einen Lehrer dazu, wenn du in der Lage bist, dich selber in die Achtsamkeit zu bringen.

Was bedeutet Aufmerksamkeit?
Aufmerksamkeit wird mit dem Wort Achtsamkeit gleichgesetzt und ist die bewusste Konzentration auf das Hier und Jetzt. Deine Gedanken sind nicht auf die Vergangenheit oder auf die Zukunft gerichtet, sondern im Hier und Jetzt. Du nimmst bewusst wahr, was du gerade tust. Du bist voll dabei. Du nimmst jede Bewegung deines Handelns wahr.

Was kannst du tun, um achtsamer zu werden?
Eine sehr gute Übung, um in die Aufmerksamkeit zu kommen, ist die Meditation, oder eine gewisse Handlung, die du täglich als Ritual vollziehst und damit wieder gleichzeitig als Meditation benutzen kannst.

Zum Beispiel Abwaschen: Wenn du weißt, dass du jeden Tag abwaschen musst, weil es sonst kein anderer macht, könntest du diese Handlung als Aufmerksamkeitsübung benutzen.
Weitere Handlungsmöglichkeiten wären zum Beispiel: Zähne putzen, Schuhe zubinden, Essen herrichten, oder Essen zu sich nehmen. Was gibt es sonst noch für rituelle Handlungen? Ein Glas Wasser trinken, auf´s Klo gehen, Duschen, Abtrocknen, Haare föhnen usw.

Suche dir eine Handlung aus, die du für das tägliche Training benutzen möchtest. Mache nicht zu viel auf einmal. Nehme eine Handlung bewusst her und mache diese jeden Tag.

Nehmen wir jetzt das Beispiel Abwaschen:
Nehme jede Handlung bewusst wahr, die du hier vollziehst. Nehme wahr, wie das heiße Wasser in die Spüle fließt. Wann genau gibst du das Spülmittel hinzu? Nehme den Geruch des Geschirrspülmittels wahr. Wieviel Geschirr kommt wann in die Spüle? Wie wäschst du das Geschirr ab? Welchen Lappen benutzt du, in welcher Farbe. Beobachte auch, was passiert in deinem Denken, während du diese Handlung vollziehst. Ist dein Geist noch bei der Handlung, oder kommen schon Gedanken, über das, was du noch zu tun hast? Beobachte deinen Geist. Wenn du merkst, dass du abschweifst, dann nehme es bewusst wahr. Bewerte es nicht. Nehme es einfach wahr und kehre in das Hier und Jetzt zurück. Du wirst merken, so einfach ist die Übung nicht. Doch wenn du täglich trainierst, wird es mit der Zeit immer besser klappen. Wenn es dir aber zu viele Handlungsschritte mit einmal sind, dann suche dir ein anderes Ritual oder gehe gleich in die direkte Meditation.

Wenn du noch nie meditiert hast, gehst du folgendermaßen vor:
Setze dich in einer entspannten Haltung auf einen Stuhl oder auf ein Meditationskissen. Schließe deine Augen und konzentriere dich bewusst auf deinem Atem.  Die Konzentration auf dem Atem ist für Anfänger immer am einfachsten und gleichzeitig auch wieder nicht einfach. Um die Gefahr des Abschweifens zu reduzieren, biete ich dir folgende Übung an:
Sage dir im Geist: 1 Einatmen, 1 Ausatmen, 2 Einatmen, 2 Ausatmen, 3 Einatmen, 3 Ausatmen…Wenn du merkst, dass du dich verzählt hast, oder nicht mehr weißt, wo du bist, fängst du wieder von vorne an. Diese Übung ist sehr hilfreich, um deine Aufmerksamkeit zu trainieren.

 

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